Google Data Manager API und Erweiterte Conversions für Leads: Was sich 2026 ändert

Daniel Kalcher

CTO, lead-metrics.com

9 Min. Lesezeit

Wer Leads oder Abschlüsse aus dem CRM an Google Ads zurückspielt, hat 2026 eine stille, aber wichtige Änderung erlebt: Seit dem 15. Juni 2026 nimmt die Google Ads API keine neuen Integrationen für Offline-Conversions mehr an, auch nicht für Erweiterte Conversions für Leads. Die neue Hauptschnittstelle dafür ist die Data Manager API. Gleichzeitig hat Google die Einstellungen für Erweiterte Conversions vereinfacht.

In diesem Artikel erklären wir, was die Data Manager API ist, was sich für Werbetreibende und Tools geändert hat, wie Erweiterte Conversions für Leads funktionieren und welche Daten du dafür sauber vorbereiten musst. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Data Manager API ist seit Dezember 2025 allgemein verfügbar. Über sie gehen Conversions und Zielgruppendaten an Google Ads und weitere Google-Produkte.
  • Seit dem 15. Juni 2026 ist sie die primäre Schnittstelle für Offline-Conversions. Neue Integrationen über die Google Ads API werden abgelehnt.
  • Bestehende Integrationen dürfen vorerst weiterlaufen. Ein Abschaltdatum hat Google bisher nicht veröffentlicht.
  • Erweiterte Conversions für Leads ordnen Abschlüsse aus dem CRM auch ohne gclid einer Anzeige zu, über gehashte E-Mail-Adresse oder Telefonnummer.
  • Seit Juni 2026 gibt es für Erweiterte Conversions eine gemeinsame Einstellung für Web und Leads.
  • Wenn du ein Tracking-Tool nutzt, betrifft dich die Umstellung vor allem indirekt: Der Anbieter muss die Schnittstelle wechseln, nicht du.

Was ist die Google Data Manager API?

Die Data Manager API ist eine Schnittstelle, über die Unternehmen und Tools eigene Daten einmal an Google senden und dann in verschiedenen Werbeprodukten nutzen. Google hat sie am 9. Dezember 2025 allgemein freigegeben (Google Ads Developer Blog). Zum Start konnte sie:

  • Conversions für Google Ads importieren: Offline-Conversions und Erweiterte Conversions für Leads.
  • Zielgruppen für Google Ads und Display & Video 360 hochladen, etwa Customer Match.
  • Daten auf Wunsch zusätzlich verschlüsselt übertragen.

Seit Mai 2026 kamen unter anderem Ladenverkäufe, weitere GA4-Events und Ziele in der Google Marketing Platform dazu (Google Ads Developer Blog).

Nicht verwechseln: Data Manager heißt auch der Bereich in Google Ads unter Tools > Data Manager. Dort verbindest du ohne Code Quellen wie HubSpot, Google Sheets oder BigQuery. Die API baut auf demselben System auf, richtet sich aber an Entwickler und Tools.

Was sich 2026 geändert hat

DatumÄnderung
9. Dezember 2025Data Manager API allgemein verfügbar
2. Februar 2026Google Ads API: keine neuen Nutzer mehr für Sitzungsattribute und IP-Adresse bei Conversion-Importen
1. April 2026Customer-Match-Uploads über die Google Ads API nur noch für bestehende Nutzer, neue laufen über die Data Manager API
Juni 2026Erweiterte Conversions für Web und Leads werden zu einer gemeinsamen Einstellung
15. Juni 2026Google Ads API: keine neuen Nutzer mehr für Offline-Conversion-Importe, inklusive Erweiterter Conversions für Leads

Quellen: Google Ads API Deprecations, Google Ads Developer Blog, Google Ads Hilfe.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen neuen und bestehenden Integrationen. Wer die Google Ads API im Zeitraum vor der Umstellung bereits für Offline-Conversions genutzt hat, darf das laut Google weiter tun, während die Integration auf die Data Manager API umgezogen wird. Google beschreibt das als Übergang. Ein festes Enddatum gibt es bisher nicht. Datumsangaben wie „März 2027“, die in manchen Blogs kursieren, haben wir in keiner Google-Quelle gefunden.

Wen betrifft das? Vor allem Entwickler und Tools, die Conversions per API hochladen. Wer Offline-Conversions per CSV, über die Data-Manager-Verbindungen in Google Ads oder nur über das Google-Tag erfasst, muss nichts umbauen.

Erweiterte Conversions: Web und Leads

Erweiterte Conversions (englisch Enhanced Conversions) ergänzen Conversions um gehashte Kundendaten wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer. Google gleicht diese mit angemeldeten Google-Konten ab, die eine Anzeige gesehen oder angeklickt haben. So werden Conversions zugeordnet, die sonst verloren gehen, etwa bei fehlenden Cookies oder Gerätewechseln.

Es gibt zwei Varianten:

  • Erweiterte Conversions für das Web: Das Google-Tag sendet die gehashten Daten direkt bei der Conversion auf der Website mit, etwa nach einem Kauf.
  • Erweiterte Conversions für Leads: Das Google-Tag erfasst beim Absenden des Formulars die gehashte E-Mail oder Telefonnummer. Wird der Lead später im CRM zum Kunden, lädst du diesen Abschluss mit denselben gehashten Daten hoch. Google verbindet beides und ordnet den Abschluss der ursprünglichen Anzeige zu (Google Ads Hilfe).

Für Leadgenerierung ist die zweite Variante die spannende: Der eigentliche Wert entsteht nicht beim Formular, sondern Wochen später beim Abschluss. Mit Erweiterten Conversions für Leads lernt Google, welche Keywords und Anzeigen echte Kunden bringen, und kann Gebote darauf ausrichten, etwa mit Value-Based Bidding.

Und die gclid?

Die gclid bleibt wichtig. Google empfiehlt, sie immer mitzusenden, wenn sie vorhanden ist. Die gehashten Kundendaten sind die Ergänzung für die Fälle, in denen die gclid fehlt oder verloren geht. Ohne Google-Tag, das Kundendaten auf der Website erfasst, ist die gclid sogar Pflicht. Wie du gclid und andere Klick-IDs zuverlässig speicherst, erklärt unser Guide zu UTMs und Klick-IDs.

Für iOS-Traffic setzt Google teilweise gbraid oder wbraid statt der gclid ein. Auch diese IDs nimmt die Data Manager API an.

So funktionieren Erweiterte Conversions für Leads

  1. Einstellung aktivieren

    In Google Ads unter Ziele > Einstellungen > Nutzung von Kundendaten die Erweiterten Conversions einschalten und den Bedingungen für Kundendaten zustimmen.

  2. Kundendaten im Formular erfassen

    Das Google-Tag erfasst beim Absenden des Lead-Formulars E-Mail-Adresse oder Telefonnummer und sendet sie gehasht an Google.

  3. Lead im CRM speichern

    E-Mail, Telefonnummer und, falls vorhanden, gclid, gbraid oder wbraid werden mit dem Lead gespeichert.

  4. Abschlüsse hochladen

    Wird der Lead qualifiziert oder zum Kunden, geht diese Conversion mit denselben Kundendaten an eine Conversion-Aktion vom Typ Import. Google empfiehlt tägliche Uploads.

  5. Diagnose prüfen

    Im Diagnosebericht für Erweiterte Conversions in Google Ads siehst du, ob die Daten ankommen und zugeordnet werden.

Zeitfenster beachten: Erweiterte Conversions für Leads müssen innerhalb von 63 Tagen hochgeladen werden, Importe per gclid innerhalb von 90 Tagen nach dem Klick (Google Ads Hilfe). Bei langen Vertriebszyklen lohnt es sich deshalb, schon Zwischenschritte wie „qualifizierter Lead“ zu senden und nicht nur den finalen Abschluss.

Daten richtig vorbereiten

Wie bei Meta zählt bei Google jedes Zeichen: Google vergleicht Hashwerte, und ein Leerzeichen oder Großbuchstabe ergibt einen völlig anderen Hash. Die Regeln laut Data-Manager-Dokumentation:

E-Mail:   " Max.Muster@Gmail.com "  →  "maxmuster@gmail.com"
E-Mail:   "Info@Firma.de"           →  "info@firma.de"
Telefon:  "0171 2345678"            →  "+491712345678"
Name:     "Dr. Anna Müller"         →  "anna" / "müller"
  • E-Mail: kleinschreiben, alle Leerzeichen entfernen. Nur bei gmail.com und googlemail.com zusätzlich Punkte vor dem @ und alles ab einem „+“ entfernen.
  • Telefonnummer: im internationalen Format E.164 mit „+“ und Ländervorwahl. Achtung: Meta erwartet die Nummer ohne „+“. Wer für beide Plattformen dieselbe Normalisierung nutzt, verschenkt Treffer.
  • Namen: kleinschreiben, ohne Titel und Zusätze.
  • Hashing: SHA-256, als Hex- oder Base64-Wert. Postleitzahl und Land werden nicht gehasht.

Wie du dieselben Daten für Meta aufbereitest, steht im Guide zur Meta Event Match Quality.

Für Nutzer im EWR erwartet Google zu jeder hochgeladenen Conversion zwei Einwilligungssignale: ad_user_data (dürfen Nutzerdaten für Werbung an Google gehen?) und ad_personalization (dürfen sie für personalisierte Werbung genutzt werden?). Auf der Website liefert diese Signale der Consent Mode v2 deines Consent-Banners. Beim Upload werden sie pro Conversion oder pro Anfrage mitgeschickt.

Google formuliert es deutlich: Fehlen die Signale, kann es sein, dass Conversions nicht zugeordnet werden. Welche Daten du mit Google teilen darfst, hängt von deiner Einwilligungslösung und Datenschutzerklärung ab. Kläre das mit deiner Datenschutzberatung.

💡
Gehashte Daten sind nach DSGVO pseudonymisiert, nicht anonym. Auch für den Upload gehashter E-Mail-Adressen brauchst du eine Rechtsgrundlage. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Typische Fehler

  • Unnormalisierte Daten: Großbuchstaben, Leerzeichen oder Telefonnummern ohne Ländervorwahl verhindern den Abgleich.
  • Doppelte Conversions: Ohne eindeutige Transaktions-ID wird derselbe Abschluss mehrfach gezählt. Nutze immer dieselbe ID pro Abschluss, auch für spätere Anpassungen.
  • Zu späte Uploads: Was nach 63 bzw. 90 Tagen ankommt, wird verworfen.
  • Falsche Conversion-Aktion: Erweiterte Conversions für Leads brauchen eine Conversion-Aktion vom Typ Import, die im richtigen Google-Ads-Konto liegt.
  • Fehlende Einwilligungssignale: besonders bei Nutzern aus dem EWR.
  • Ein fehlerhafter Datensatz stoppt alles: Die Data Manager API lehnt die ganze Anfrage ab, wenn ein Event fehlerhaft ist. Die Google Ads API hat fehlerhafte Einträge noch einzeln übersprungen.

Was du jetzt tun solltest

  1. Frag deinen Tracking-Anbieter oder dein Entwicklerteam, über welche Schnittstelle Conversions an Google gehen und wie der Plan für die Data Manager API aussieht.
  2. Prüf die Einstellung für Erweiterte Conversions in Google Ads und stimm den Bedingungen für Kundendaten zu, falls noch nicht geschehen.
  3. Erfass E-Mail und Telefonnummer in deinen Lead-Formularen und speichere gclid, gbraid und wbraid beim Lead.
  4. Sende Einwilligungssignale mit, passend zu deinem Consent Mode v2.
  5. Lade täglich hoch, mit stabilen Transaktions-IDs, und prüfe regelmäßig den Diagnosebericht.

Was sich dadurch für deine Kennzahlen ändert, zeigt unser Guide zum echten ROAS in der Leadgenerierung: Erst wenn Abschlüsse und Umsatz bei Google ankommen, optimiert der Algorithmus auf Kunden statt auf Formulare.

Wie LeadMetrics hilft

LeadMetrics sendet Conversions serverseitig per Conversion API an Google Ads:

  • Leads, Käufe und gewonnene Deals: Du legst pro Projekt fest, welches LeadMetrics-Event als welche Google-Ads-Conversion ankommt, auch Abschlüsse, die Wochen später in deinem CRM passieren, etwa in HubSpot.
  • gclid und Kundendaten: Mit jeder Conversion gehen die gclid und, falls vorhanden, die per SHA-256 gehashte E-Mail-Adresse und Telefonnummer an Google. E-Mail-Adressen werden vorher kleingeschrieben und bereinigt, bei Gmail-Adressen auch ohne Punkte vor dem @.
  • Wert und Währung für Käufe und gewonnene Deals, damit Google auf Umsatz optimieren kann.
  • Log pro Lead: Bei jedem Lead siehst du, welche Events an Google gesendet wurden.

Die gclid erfasst das LeadMetrics-Tracking-Script beim ersten Besuch und hängt sie an den Lead, über Session-ID, E-Mail oder Telefonnummer bis zu 90 Tage rückwirkend. So bleibt die Verbindung zur Anzeige auch dann erhalten, wenn der Abschluss erst viel später im CRM passiert. Mehr dazu im Artikel Vom CRM-Lead zur echten Conversion.

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